Wie stärke ich meine psychische Widerstandskraft?

Psychische Widerstandskraft bezeichnet die Fähigkeit, mit Druck und Belastungen fertigzuwerden und die täglichen Herausforderungen zu bewältigen. Dazu gehört auch, sich angesichts von Enttäuschungen oder schlimmen Erfahrungen rasch wieder zu fangen – wie ein Grashalm auf einer Wiese, der sich wieder aufstellt, nachdem ein Spaziergänger draufgestiegen ist. Gras braucht Nahrung, Wasser und Licht, um kräftig genug zu sein, damit es auch Picknickdecken, spielende Kinder und Regenschauer aushalten kann. Um einem ordentlichen Sturm zu trotzen, braucht er noch etwas anderes, nämlich die Fähigkeit mit dem zu gehen, was da ist – sich nicht gegen die Kraft des Windes stellen, sondern akzeptierend mitgehen und dann zurückschwingen.

Auch die menschliche Seele braucht Nahrung, um stark zu sein. Wir nähren uns, indem wir für uns selbst sorgen und uns das verschaffen, was uns gut tut. Im Folgenden möchte ich Ihnen ein paar Anregungen geben, was dabei besonders wichtig ist.

Achtsamkeit

ist die Voraussetzung, um festzustellen, was gut für mich ist. Der erste Schritt besteht darin, voll und ganz in der Gegenwart zu sein und mit akzeptierender Neugier wahrzunehmen, was ich jetzt gerade erlebe. Die Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt zu lenken, hat auch etwas sehr Beruhigendes. Ängste und Sorgen beziehen sich immer auf die Zukunft oder die Vergangenheit.

Genießen

können wir mit allen fünf Sinnen. Was schauen Sie gerne an, eine Landschaft, ein Kunstwerk, einen Wassertropfen…? Was hören Sie gerne, Musik, Lachen, das Rattern des Zuges…? Was spürt sich gut an, ein kuscheliger Pulli, eine Umarmung, ein Sonnenstrahl? Was riechen Sie gerne, was schmecken Sie gerne? Gute Gefühle sind eine Grundnahrung, die uns gesund erhält und Genuss ist eine Möglichkeit, sie uns zu verschaffen.

Bewegung

ist nicht nur für den Körper gut, auch unsere Psyche profitiert davon. Körperliche Aktivität stärkt die Stressresistenz, beeinflusst die Stimmung positiv und trägt zum seelischen Gleichgewicht bei, allerdings nur dann, wenn sie aus eigenem Wunsch heraus geschieht und als positiv empfunden wird. Ein australisches Forscherteam empfiehlt mindestens dreimal pro Woche 30 Minuten Bewegung. Dabei ist es nicht wichtig, um welche Art von Sport oder Bewegung es sich handelt und wie intensiv das Training ist. Suchen Sie sich etwas, das zu Ihnen passt und was Sie gerne machen!

Soziales Netz

Wir verfügen über mehr seelische Widerstandskraft, wenn wir Menschen haben, auf die wir uns verlassen können. Dazu gehört aber auch, Hilfe überhaupt annehmen zu können und zu erkennen, dass es Menschen gibt, die für uns da sein möchten. Menschen zu finden, denen wir vertrauen können ist nicht einfach, aber es lohnt sich!

Hilfsbereitschaft und Engagement

Einige Untersuchungen zeigen, dass Menschen dann am dauerhaftesten glücklich sind, wenn sie etwas für jemand anderen tun können. Das gute Gefühl, das wir haben, wenn wir jemandem helfen verfliegt nicht so schnell, wie das Glück, das wir empfinden, wenn wir uns selbst belohnen. Engagement für eine gute Sache tut uns selbst gut, wir brauchen einen Sinn im Leben – etwas, das über uns selbst hinausgeht. Das Gefühl, etwas bewirken zu können, macht uns selbst stärker.

Mañana-Kompetenz

bezeichnet die Fähigkeit, sich Ruhe und Erholung zu verschaffen. Wer viel leistet, muss dem Körper auch die Möglichkeit zur Regeneration geben, um langfristig körperlich und seelisch fit zu bleiben. Nicht Freizeit-Stress ist gemeint, sondern einfach nur sein, sich Zeit lassen, bewusst genießen, die Seele baumeln lassen. Wann sind Sie das letzte Mal auf einer Bank im Freien gesessen und haben einfach mal nichts getan?

Literaturtipps

  • Jennifer Louden 2004, Tu dir gut!: Das Wohlfühlbuch für Frauen
  • Maja Storch und Gunter Frank 2014, Die Mañana-Kompetenz: Entspannung als Schlüssel zum Erfolg

Ein Kommentar zu „Wie stärke ich meine psychische Widerstandskraft?

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